Die französische Regierung stellt 119 Mio. Franken bereit, um weitere Rebflächen stillzulegen und so Überkapazitäten im Weinbau abzubauen; bis zu 32’500 Hektar könnten aus der Produktion genommen werden. Hintergrund sind sinkender Konsum sowie deutliche Exportrückgänge.
Mit Unterstützung der öffentlichen Hand sollen im französischen Weinbau weitere Produktionskapazitäten abgebaut werden. Dafür stellt die Regierung insgesamt 119 Mio. Franken zur Verfügung. Winzer können ihr Interesse seit dem 6.
Februar bei der Agrarbehörde FranceAgriMer anmelden. Die Interessenbekundung ist Voraussetzung für die Teilnahme am Stilllegungsprogramm. Nach derzeitigem Stand sollen pro gerodetem Hektar 4.000 Euro gezahlt werden, aus den bereitgestellten Mitteln könnten somit bis zu 32’500 Hektar aus der Produktion genommen werden. Vorrang sollen zunächst Winzer erhalten, die der Weinwirtschaft vollständig den Rücken kehren wollen. Sofern ein Betrieb nur einen Teil seiner Flächen stilllegen will, gelten einige Bedingungen. So müssen die betreffenden Reben vor dem 1. August 2015 gepflanzt worden sein, eine Ausnahme gibt es dabei für die Sorte Chardonnay. Zudem darf der Betrieb in den kommenden zehn Jahren keine Neuanpflanzungen beantragen. Sollte das Programm überzeichnet werden, sollen die Prämien für anteilige Stilllegungen gekürzt werden. Rebfläche bereits verkleinert Die französische Regierung hatte ihre Pläne für einen weiteren Abbau von Produktionskapazitäten bereits im vergangenen November vorgelegt. Noch keine Fortschritte hat es seitdem bei den Bemühungen gegeben, zugunsten der Winzer auch die EU-Agrarreserve anzuzapfen. Die gemeinschaftlichen Mittel sollen vorrangig für die Krisendestillation eingesetzt werden, um Produktionsüberhänge abzubauen. 2025 ist die Weinerzeugung in Frankreich allerdings unterdurchschnittlich ausgefallen. Nach Angaben des Statistischen Dienstes beim Pariser Landwirtschaftsministerium lag die Gesamtmenge mit rund 36,19 Mio. Hektolitern auf dem Niveau des bereits schwachen Vorjahres; das Mittel der Jahre 2020 bis 2024 wurde um 16% verfehlt. In Frankreich ist die Rebfläche bereits mit staatlicher Unterstützung verkleinert worden. Im Rahmen des vorherigen Stilllegungsprogramms dürften bis Mitte 2025 knapp 27’500 Hektar aus der Produktion genommen worden sein. Beantragt wurden Prämien im Umfang von etwa 101 Mio. Franken. Laut Agreste waren 2024 noch rund 768’400 Hektar mit Reben bepflanzt, im Jahr davor 782’000 Hektar.Rückläufiger Konsum und Exportprobleme Die französische Weinwirtschaft steht schon länger unter Druck. In der heimischen Bevölkerung ist der Konsum rückläufig, hinzu kommen Probleme auf den Exportmärkten China und USA. Nach jüngsten Zahlen des Verbands der Wein- und Spirituosenexporteure gingen die Gesamtausfuhren an Weinen und Spirituosen 2025 wertmässig um 8% auf rund 13 Mrd. Franken zurück; nach Volumen belief sich das Minus auf 3%. Eingebrochen ist wenig überraschend der Absatz auf dem grössten Drittlandmarkt, den USA. Die Lieferungen über den Atlantik summierten sich laut FEVS auf etwa 2,7 Mrd. Franken und lagen damit mehr als 20% unter dem Vorjahresniveau. Auch der Absatz in China ging erneut spürbar zurück. 2025 wurden Weine und Spirituosen im Wert von rund 701 Mio. Franken in die Volksrepublik verkauft, das war das zweite Jahr in Folge ein Minus von etwa 20%. Perl- und Schaumweine gefragter Chancen könnten für die Winzer in der Umstellung auf die Produktion von Perl- und Schaumweinen liegen. Den Angaben des FEVS zufolge ging der Auslandsabsatz von Stillweinen 2025 um 3% auf 121 Mio. Kisten zurück; bei den Erzeugnissen mit mehr Kohlensäure legten die Verkäufe hingegen um 3% zu. Ähnlich positive Zahlen legte der nationale Branchenverband FNPEC vor. Demnach wurden in Frankreich im vergangenen Jahr rund 122,9 Mio. Flaschen Crémant verkauft; gegenüber 2024 war das ein Plus von 7,5%. Auch die Produktion legte zu, und zwar um 112’000 Hektoliter auf 1,0 Mio. Hektoliter.
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