Die Wissenschaftlerin und Aktivistin aus Indien ist Schirmherrin des World Ethic Forum in Pontresina. Als Pionierin der biologischen Landwirtschaft fordert sie die Agrarindustrie heraus.
Charismatische Persönlichkeit: Vandana Shiva in der Saatgutbank der Navdanya-Farm bei Dehradun, Indien.«Wir dürfen die Macht nicht den Leuten überlassen, die unseren Planeten zerstören», sagt Vandana Shiva. Die Leute, die sie anprangert, ortet sie in den Chefetagen der Agrarchemiekonzerne, aber auch in den Regierungen, Banken und Organisationen, die gemeine Sache mit dem «Giftkartell» machten.
«Wir haben die Macht, mit der Natur zu arbeiten – und nicht gegen die Natur», sagt sie in einem Videogespräch mit unserer Zeitung im Hinblick auf das erste World Ethic Forum in Pontresina an diesem Wochenende. Dort tritt sie als Schirmherrin des Anlasses und Eröffnungsrednerin auf. «Ethik muss unser Denken und Handeln bestimmen.» Und weiter: «Wir brauchen ein Wirtschaftsmodell, das sich an den Grenzen der Erde und an Gerechtigkeit und Gemeinwohl orientiert.
In ihrem Heimatland Indien gründete die Aktivistin bereits in den 1980er-Jahren ein interdisziplinäres Institut für Wissenschaft, Technik und Ökologie sowie eine ökologische Organisation namens Navdanya . Mit Navdanya entstanden landesweit über 150 kommunale Saatgutbanken. Damit konnte eine Vielfalt von Saatgut für die lokalen Bauern sichergestellt und vor der Agrarindustrie gerettet werden.
Mitreissende Rednerin: Vandana Shiva bei einem Parteitag der deutschen Grünen in Hamburg im Jahr 2014.Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft setzt Vandana Shiva auf politisches Engagement und auf gewaltfreien Widerstand gegen das «Giftkartell» der Agrarindustrie. Dabei orientiert sie sich an Mahatma Gandhi. Sie lobt die jungen Menschen, die sich in der Bewegung von «Fridays for Future» engagieren.