Neun der Spieler des vorläufigen Kaders der deutschen Nationalmannschaft für die EURO haben einen Migrationshintergrund. In der neuen ARD-Doku 'Einigkeit und Recht und Vielfalt' sprechen Jonathan Tah, Gerald Asamoah und Shkodran Mustafi über ihre Erfahrungen mit Rassismus in deutschen Fußballstadien.
Neun der Spieler des vorläufigen Kaders der deutschen Nationalmannschaft für die EURO haben einen Migrationshintergrund. In der neuen ARD-Doku 'Einigkeit und Recht und Vielfalt' sprechen Jonathan Tah, Gerald Asamoah und Shkodran Mustafi über ihre Erfahrungen mit Rassismus in deutschen Fußball stadien.
Von Tom Klees Mit Blick auf das DFB-Team geben 21 Prozent der Deutschen an, dass sie es besser fänden, wenn wieder mehr Spieler mit weißer Hautfarbe in der deutschen Nationalmannschaft spielen würden. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap im April im Auftrag des WDR-Magazins 'Sport inside' ergeben. Die Mehrheit der Befragten stimmt dieser Aussage eher nicht oder überhaupt nicht zu. Die Umfrage wurde im Rahmen der ARD-Doku 'Einigkeit und Recht und Vielfalt – Die Nationalmannschaft zwischen Rassismus und Identifikation' erstellt, die beim Thementag EURO am Mittwoch im Ersten ausgestrahlt wird und bereits ab heute in der ARD Mediathek zu sehen ist. Rassistische Anfeindungen gegen Nationalspieler Im Film geht Autor und Host Philipp Awounou der Frage nach, wie sich der Migrationsanteil in der deutschen Nationalmannschaft in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat und was das über die deutsche Gesellschaft aussagt. In Gesprächen mit aktuellen und ehemaligen Nationalspielern wird deutlich, dass viele von ihnen unter rassistischen Anfeindungen gelitten haben und teilweise noch immer leiden. So erzählt Gerald Asamoah, 43-facher deutscher Nationalspieler, davon, wie er 1997 als junger Spieler von Hannover 96 in Cottbus antrat: 'Auch die Spieler waren sehr aggressiv. Die haben mich dann auch unter der Gürtellinie beschimpft, auch das N-Wort ist 1.000 Mal gefallen. Das war einfach Normalität.' Shkodran Mustafi, Weltmeister 2014, erinnert sich, wie er und seine Mannschaftskollegen unter Beobachtung standen: 'Wer singt die Nationalhymne mit? Wer singt sie nicht? Ist man integriert, ist man nicht integriert? Ist man dankbar dafür, für Deutschland spielen zu dürfen oder nicht?' Umfrage zeigt deutliche Unterschiede In der repräsentativen WDR-Umfrage zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der Parteipräferenz: Unter Anhängern der AfD wünscht sich knapp jeder Zweite eine weißere Nationalmannschaft, unter BSW-Anhängern sind es 38 Prozent. Die Zustimmungswerte von Anhängern der Union , der SPD und der Grünen fallen geringer aus. Zwei Drittel der Befragten äußern sich positiv über die Zusammensetzung der Nationalmannschaft: 66 Prozent finden es gut, dass in der deutschen Mannschaft mittlerweile viele Fußballer spielen, die einen Migrationshintergrund haben. 'Wir sind Müller, aber wir sind auch Tah und Gündoğan' Der sportpolitische Sprecher der AfD, Jörn König, sieht Rassismus in Deutschland als 'kein sehr wichtiges Problem' an. Auf die Ergebnisse der Umfrage angesprochen sagt er: 'Der Unterschied ist nicht zwischen Zugewanderten und Einheimischen. Der Unterschied ist zwischen den Leuten, die Leistung bringen und denen, die keine Leistung bringen.' Nationalspieler Jonathan Tah, der als Jugendspieler selbst rassistischen Anfeindungen ausgesetzt war, wie er in 'Einigkeit und Recht und Vielfalt' erzählt, hofft darauf, dass die Vielfalt der deutschen Mannschaft die Zuschauer inspiriert: 'Wir sind eine Mannschaft und im Sommer spielen wir ein Turnier, auf dem wir gemeinsam für Deutschland erfolgreich sein wollen. Und ja, wir sind Müller, aber wir sind auch Tah und Gündoğan. Und wir verfolgen alle zusammen ein Ziel.'
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