Wer meint, Preise seien das Ergebnis der angefallenen Kosten und einem entsprechenden Gewinnaufschlag, hat eindeutig zu viel Karl Marx gelesen. Kolumne von FranzSchellhorn
In kaum einem anderen Land der Eurozone steigen die Preise so stark wie hierzulande. Mit zuletzt 9,7 Prozent Inflation verzeichnete Österreich die höchste Teuerung in ganz Westeuropa. Das ist für ein hoch entwickeltes Industrieland nicht nur peinlich, sondern wirkt auf die ärmsten Haushalte aufgrund der Kaufkraftverluste geradezu verheerend. Weshalb die Suche nach den Schuldigen auf Hochtouren läuft.
Die Wahrheit ist wie so oft recht banal: So sollte es keine allzu große Überraschung sein, dass in einem Boomjahr wie 2022 mit fünf Prozent Realwachstum die Unternehmensgewinne in lichte Höhen steigen. Nach den düsteren Lockdown-Jahren hat sich die Wirtschaft überraschend schnell erholt, obwohl viele der coronageschwächten Lieferketten nicht wiederhergestellt waren. Und wenn eine kräftige Nachfrage auf ein zu schwaches Angebot trifft, steigen die Preise.
Entscheidend für die Höhe der Preise sind nicht die Kosten in der Herstellung. Entscheidend ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Wie viel sind Konsumenten bereit zu zahlen? Das hängt von der Kaufkraft und individuellen Präferenzen ab. Andernfalls hätte ein bekannter YouTuber im Vorjahr nicht 5,2 Millionen Dollar für eine seltene Pokémon-Karte bezahlt.
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