Erste Ergebnisse aus Südtirol zeigen Verluste für die regierende Südtiroler Volkspartei unter LH Kompatscher.
Bozen – In der Brennerstraße in Bozen, am Sitz der Südtiroler Volkspartei, herrschte am Sonntagabend Hochspannung. Die Nervosität war spürbar und sie wurde zum Wahlschluss um 21 Uhr noch größer. Schließlich musste die seit 1945 regierende Sammelpartei mit Verlusten rechnen. 42 Prozent erreichte sie 2018, in Umfragen kam sie zuletzt auf 32 bis 35 Prozent.
Spitzenkandidat und Landeshauptmann Arno Kompatscher gab sich bei der Stimmabgabe in seiner Heimatgemeinde Völs am Schlern betont gelassen. Im Trachtenjanker trat er auf, zuletzt meinte er im TT-Gespräch, dass er nach dem Wahlkampf mit sich im Reinen sei. Er wusste, dass es unter 35 Prozent für ihn eng werden könnte.
Im Laufe des Tages zeichnete sich eine höhere Wahlbeteiligung ab, was doch für eine Mobilisierung der SVP-Wähler gesprochen hätte. Doch das relativierte sich dann nach Wahlschluss. Sie lag mit knapp 72 Prozent unter dem Ergebnis von 2018 mit 74 Prozent. Nach Auszählung der Stimmen in den ersten Gemeinden wurde auch klar, dass die SVP Verluste hinnehmen muss. Grüne und Süd-Tiroler-Freiheit legten zu, die Liste von SVP-Rebell Thomas Widmann könnte den Einzug in den Landtag schaffen.
Sollte er bestätigt werden, hat Landeshauptmann Arno Kompatscher bereits angekündigt, dass er bis Jahresende eine Regierung bilden will. Möglicherweise benötigt er dafür zwei italienische Parteien: den bisherigen Koalitionspartner, die rechte Lega von Matteo Salvini, und die postfaschistischen Fratelli von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.
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