Streit um Solarpark: Energiewende? Nicht auf meiner Koppel

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In Brandenburg soll ein riesiger Solarpark entstehen. In der Gemeinde gibt es aber Streit zwischen Befürwortern und Gegnern.

Daniel Böldt 28.5.2022, 16:47 Uhr

In Tempelfelde, einem Ortsteil von Sydower Fließ, wenige Kilometer nördlich von Berlin, soll einer der größten Solarparks Deutschlands entstehen. 100.000 Megawattstunden grüner Strom sollen hier in Zukunft jedes Jahr aus Sonnenenergie gewonnen werden, 30.000 Haushalte könnten damit laut den Unternehmen versorgt werden.

Seit über einem Jahr kann man in Sydower Fließ beobachten, wie das Beharren auf einer bräsigen und allzu formalen Bürgerbeteiligung die Akzeptanz der Energiewende gefährdet. Aber auch, wie eine kleine und wütende Bürgerinitiative eine Gemeinde vor sich hertreiben kann und sich dabei selbst in Widersprüche verstrickt.

Gas- und Ölimporte hatten lange nicht nur den vermeintlichen Vorteil, dass sie billig sind. Vergessen wird oft, dass eine Pipeline, eine unterirdische zumal, so gut wie keine Fläche verbraucht. Der Ausbau Erneuerbarer Energien wird das Landschaftsbild im Vergleich dazu massiv verändern. Weit weniger zwar als der Abbau von Braunkohle im Tagebau, aber doch mehr als der Import fossiler Energieträger. Die Energiewende verstärkt die Flächenkonkurrenz.

Für Höppner ist das in etwa der Deal: wenig Kultur und In­fra­struktur, dafür Natur und Freiheit. Wenn das Land seinen Freiraum nun für den hohen Energiebedarf der Städte aufgeben soll, geht dieser Deal für ihn nicht mehr auf. Auch das kann funktionieren. Die Gemeinden profitieren durch Gewerbeeinnahmen und oft durch billigeren Ökostrom, formal können sich Bür­ge­r:in­nen und Interessenverbände an einem B-Plan-Verfahren beteiligen. In vielen Fällen führt dieser Weg aber auch zu Konflikten. Die Beteiligung der Bür­ge­r:in­nen ist keine ergebnisoffene Debatte, in der gemeinsam am Plan gefeilt wird.

Schnell wird klar, dass es bei dem Konflikt längst nicht mehr nur um die Lage des Solarparks geht. Noch heute bezeichnen Uhlig und Höppner die Unternehmen als „Heuschrecken“, die sich „am Buffet der Gemeinde bedienen“ würden. Auch Lokalrivalitäten spielen eine Rolle. Die zehnköpfige Gemeindevertretung wird dominiert von Ein­woh­ne­r:in­nen aus Grüntal, dem anderen Ortsteil der Gemeinde Sydower Fließ.

Auch Höppner und Uhlig sind gekommen. Uhlig ist extra um 5 Uhr morgens aus Nürnberg losgefahren, wo sie gerade eine Ausbildung im Systemischen Konsensieren macht – eine Form der Entscheidungsfindung, die nicht auf Mehrheitsprinzip, sondern auf Kooperation und Ausgleich setzt. Es dauert eine Weile bis nicht nur Uhlig und Höppner reden, sondern auch andere Ein­woh­ne­r:in­nen das Gespräch mit den rund einem Dutzend Mit­ar­bei­te­r:in­nen suchen. Sie stellen Fragen, skeptisch, kritisch, aber auch interessiert. Auch Bürgermeisterin Simone Krauskopf, eine kleine Frau mit vielen Rastazöpfen, ist gekommen.

Beide sind, vorsichtig formuliert, auf die Bürgerinitiative nicht gut zu sprechen. Gerade bei Diekstra scheint sich einiges angestaut zu haben in den vergangenen Monaten. Er spricht laut und schnell. „Dass wir beide in der Gemeindevertretung sitzen, sieht natürlich von außen unglücklich aus“, sagt Diekstra. Allerdings hätten sie bei der Entscheidung kein Stimm-, ja nicht mal ein Rederecht, weil sie finanziell von der Entscheidung profitieren würden.

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