Simin Jawabreh ist Kommunistin mit über 16.000 Instagram-Followern. Sie will eine Welt ohne Polizei und stößt sich an Diskussionen über Privilegien. lukashermsmeier
Ein Freitagnachmittag Ende Januar in einem Café am Helmholtzplatz in Berlin-Prenzlauer Berg. Simin Jawabreh ist überpünktlich und hat einen Block voller Notizen mitgebracht. „Gibt ja viel zu besprechen“, sagt sie und lacht. Als das Gespräch nach anderthalb Stunden vorbei ist, wundert sie sich, wo die Zeit hin ist. Die Notizen kamen dann doch nicht zum Einsatz.
Das ist ganz unterschiedlich, je nach Umfeld. Auch in der linken Szene habe ich Zeit gebraucht, bis ich meinen Platz gefunden habe. Menschen reagieren mit Verwirrung, weil sie es nicht kennen, dass sich eine migrantische Frau, die sich auch gerne weiblich kleidet, als Kommunistin bezeichnet.
Weder – noch, glaube ich, weil der Kommunismus kein Zustand oder festes Ziel ist. Marx sprach über „die Bewegung, die den jetzigen Zustand aufhebt“, und so sehe ich das auch: Kommunismus ist immer Bewegung, aktueller Kampf und Prozess. Viele in meinem politischen Umfeld haben beispielsweise eine Ostgeschichte und können darüber eine andere Perspektive einbringen.
Wenn man Ihnen bei Instagram folgt, wird deutlich, dass Sie die Ebene der Parteien- und Wahlpolitik kaum interessiert. Der Politikwissenschaftler Anton Jäger schrieb kürzlich, dass im Zeitalter der „Hyper-Politik“ „alles politisch“ sei, aber vor allem in Form von temporären Bewegungen und Ereignissen stattfindet. Das Problem sei die fehlende Massenorganisierung. Stimmen Sie dieser Kritik zu?
Auf Instagram verbinden Sie spielerisch und selbstverständlich kommunistische Texte mit Selfies. Wird diese Art von politischer Kommunikation in Deutschland unterschätzt? „Wir Linke haben Social Media als Vernetzungsstruktur bisher verpasst. Die Rechten bekommen das besser hin“
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