Es gibt ihn noch, den Vettel-Finger: Nach mehr als einem Jahr ohne GP-Erfolg hat Sebastian Vettel endlich seinen 53. Formel-1-Sieg eingefahren. Wie gross ist die Genugtuung, es seinen Kritikern gezeigt zu haben?
Da ist er wieder, der Vettel-Finger, wir hatten ihn seit August 2018 nicht mehr gesehen: den gereckten Zeigefinger der nach innen gedrehten, rechten Hand. Die Geste hat grosse symbolische Bedeutung: Sie bedeutet, ich bin die Nummer 1, sie kann aber auch heissen, ich habe es euch allen gezeigt . Als ich nach einem passenden Bild für diese Zeilen gesucht habe, fiel mir auf den Fotos aus Singapur auf: Der Finger ist nur selten zu sehen, viel häufiger die geballte Faust.
«Was mich besonders gefreut hat, das waren die ganzen Aufmunterungen, die mir die Fans haben zukommen lassen. Es stimmt zwar, dass ich ein Muffel bin, was die ganzen sozialen Netzwerke betrifft, aber Menschen haben schon davor Nachrichten um die Welt geschickt. Wenn du dann zuhause bist, dann findest du am Abend die Zeit, um solche Briefe zu lesen, und das war sehr berührend. Das hat mir unglaublich viel Kraft geschenkt.
«Ich spüre auch keine besondere Erleichterung. Vielleicht kommt die noch. Ich fühle eher Bestätigung. Mir war klar, dass zu einem neuen Sieg nicht viel fehlt, und aus meiner Sicht habe ich in Kanada noch immer gewonnen.»