Rolls-Royce Spectre im Test: Mythos, Luxus, Überfluss

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Rolls-Royce Spectre im Test: Mythos, Luxus, Überfluss
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Der Rolls-Royce Spectre ist das erste Elektroauto von Rolls-Royce: 2,9 Tonnen schwer, riesengroß und voller Bling-Bling. Rein technisch bleibt er Durchschnitt – auf Kundenwunsch.

»Ich habe nur noch kurz durchgesaugt, Niko. Aber jetzt herrscht Ruhe, denn wir beschäftigen uns heute mit einem Elektroauto, das extrem leise ist. Außerdem ultra luxuriös, ungeniert übertrieben und mit einem picobello sauberen Lammwollteppich.

Wir drehen eine Runde mit dem ›Rolls-Royce Spectre.‹«»2,9 Tonnen. Mythos. Luxus. Überfluss. Das ist der neue Spectre. Das erste vollelektrische Modell der 1904 gegründeten Firma Rolls-Royce. Und er ist zugleich die Zukunft der Marke. Denn in einem Statement des Unternehmens heißt es: Rolls-Royce wird nie wieder ein neues Modell bauen mit Verbrennungsmotor. Ob das eine weise Entscheidung ist? Das wollen wir herausfinden. Schauen wir erst mal aufs Äußere des Autos. Einerseits wirkt der Wagen durch seine schieren Ausmaße Respekt einflößend. Andererseits aber sorgen das klare und geschmeidige Design für eine gewisse Zurückhaltung. Ein paar Superlative gibt es natürlich auch: Der Kühlergrill hier beispielsweise, der klassische Pantheon Kühlergrill, ist der Breiteste, der je bei einem Rolls-Royce zum Einsatz kam und zugleich der Nutzloseste – es ist ja ein Elektroauto. Außerdem ist der Wagen der windschlüpfigste Rolls-Royce bislang. Das liegt auch an der aerodynamisch überarbeiteten Kühlerfigur ›Spirit of Ecstasy‹, die sich jetzt etwas tiefer und mit etwas enger angelegten Flügeln in den Fahrtwind duckt. Und schließlich verfügt der Wagen über die größten Türen, die bei Rolls-Royce bislang verbaut wurden. Die sind fast 1,5 Meter lang. In den Türrahmen gibt es auf beiden Seiten Regenschirme. Die sind hier verborgen. Und die Öffnung ist wirklich sehr breit für ein bequemes Einsteigen. Übrigens, man muss sich jetzt nicht unwürdig aus der Tür raus lehnen, um den Türgriff vielleicht doch noch zu erreichen. Sondern man kann einfach aufs Bremspedal treten. Dann schließt ein elektrischer, unsichtbarer Butler die Tür. Niko, wir sehen uns gleich hier drin. In vielen anderen Autos finden sich im Interieur inzwischen Recyclingmaterialien oder veganes Lederimitat. Im ›Rolls-Royce Spectre‹ gibt es nichts dergleichen. Alles, was hier nach Leder aussieht, ist auch Leder, besonders weiches sogar. Hier beispielsweise im Farbton ›Islandmoos‹. Und auf den Sitzen in schiefergrau und in kaschmirgrau. Dazu haben wir hier Oberflächen aus Palisanderholz und am Fußboden liegen Teppiche in Lammwoll-Hochflor – frisch gesaugt übrigens. Welches Material an welcher Stelle in welcher Farbe verbaut wird, das können die Rolls–Royce Kunden nahezu nach Belieben selbst entscheiden. Immer aus Metall sind allerdings hier die Lüftungsausströmer und geregelt werden die über diese Hebel, die an Orgel-Registerzüge erinnern. Diese klassisch noblen Details kombiniert Rolls-Royce mit einem Digital Cockpit, einem Touchscreen, einem Bordcomputer und der ganzen Palette an Assistenz-, Infotainment- und Vernetzungsfunktionen. Und dann gibt es in unserem Testwagen noch ein galaktisches Extra, nämlich den sogenannten ›Starlight Headliner‹. Den mache ich jetzt mal an und dann funkeln am Dachhimmel 1152 Lichtpunkte. Dieses Extra kostet 14.175 € und auf Wunsch kann man sich die Lichtpunkte in einer bestimmten Konstellation anordnen lassen, beispielsweise dem Geburtstag der Gattin. Und wenn man Glück hat, dann sieht man über diesen Sternenhimmel, über dieses Firmament am Autohimmel, auch eine Sternschnuppe rasen. Aber so lang warten wir jetzt nicht. Wir drehen eine Runde. Weist der Spectre in die Zukunft von Rolls-Royce? Eindeutig ja. Und zwar deshalb, weil er sich konsequent an der Vergangenheit orientiert, genauer an den klassischen Werten der Marke. Bislang waren die Zwölfzylindermotoren das Maß der Dinge bei den Verbrennern. Und jetzt legt der Elektroantrieb da noch mal eine Schippe drauf, weil er noch leiser funktioniert. Und weil er noch mehr Wucht und Kraft entwickelt. Kein Wunder bei 430 KW oder 585 PS Systemleistung und bei einem Drehmoment von 900 Newtonmeter. Da wird das monumentale Gewicht, zu dem allein der Akku 700 Kilo beiträgt, fast schon zur Nebensache. Und dieser gewaltige Energieklotz im Unterboden des Autos, der sorgt auch dafür, dass Abrollgeräusche und Fahrbahngeräusche kaum noch hier durchdringen. Das macht insgesamt ein ziemlich abgehobenes Fahrgefühl. Der Wagen fährt sich fast wie ein normales Auto. Aber es kommt viel weniger beim Fahrer, beim Menschen auf dem Fahrersitz an. Das Lenken, Bremsen, Gas geben, das einfache Dahingleiten – das geschieht so selbstverständlich und gedämpft, dass es beinahe surreal wirkt. Es sei denn, die Straßen werden enger. Oder man versucht, auf einen Stellplatz zu rangieren oder im dichten Verkehr den Überblick zu behalten. Dann nämlich wird einem schlagartig wieder klar, wie groß und wie unübersichtlich das Auto ist. Zum Glück hilft dann vorne bei der Orientierung die Kühlerfigur. Und hinten helfen Kamera und Sensoren. Aber eigentlich hilft nur größte Vorsicht, oder so würde man wahrscheinlich als Rolls-Royce Eigner reagieren, man wechselt nach hinten und übergibt den Platz am Lenkrad einem Chauffeur. Hinten übrigens, da gucken wir uns jetzt gleich noch mal um, wenn wir anhalten und gehen mal in den Fond.«»Auch hier im Fond geht es feudal zu. Man sitzt auf bequemen Ledersitzen. Hier unten gibt es wieder den weichen Teppich. Man hat eigene Belüftungsregler, eigene Klimaanlagen, Steuerung. Hier zwei Getränkehalter und da noch ein Ablagefach mit zwei USB-C Buchsen. Ja, man sitzt in Ordnung, aber wenn man den Vordersitz jetzt mal zurückfährt in die normale Position, die ich als Fahrer einnehme, dann ist es nicht mehr so wirklich super geräumig hier hinten. Man kommt aber klar. Bevor wir einen Blick in den Kofferraum werfen, mache ich noch ganz kurz auf diese farblosen Rückleuchten aufmerksam. Die haben deswegen keine Farbe oder sind so blass, weil Rolls-Royce hier besonders viele Sonderwünsche erwartet. So, jetzt aber der Blick unter die Klappe. Und da sehen wir einen tief ins Auto reichenden Kofferraum. Ein Ladevolumen von 380 Litern hat er. Es gibt ein Kellerfach beispielsweise für die Ladekabel. Und was ganz praktisch ist, das hält hier oben magnetisch. Und es gibt hier an der Seite einen Hebel, den man auch in der Dunkelheit sehen kann, mit dem sich der Kofferraum von innen entriegeln und öffnen lässt. So viel dazu. Wir drehen jetzt noch eine Runde. Bevor Rolls-Royce das erste Elektromodell entwickelte, wurden potenzielle Kunden gefragt, welche Reichweite sie denn von einem E-Rolls erwarten würden. Resultat: 300 Meilen, also etwa 480 Kilometer, seien völlig ausreichend, denn längere Strecken lege man ohnehin mit dem Privatflugzeug oder im Hubschrauber zurück. Der ›Rolls-Royce Spectre‹ hat eine WLTP-Reichweite von 530 Kilometern. Realistisch sind es also etwa 400 Kilometer und damit völlig ausreichend für die Klientel. Geladen werden kann der Akku mit bis zu 22 Kilowatt Wechselstrom und bis zu 195 Kilowatt Gleichstrom. Heißt: In 34 Minuten ist der Akku wieder von zehn auf 80 Prozent geladen im Idealfall. Aber das sind Dinge, um die sich in einem Rolls-Royce Haushalt normalerweise das Personal kümmert. Und wie ist er nun, der erste elektrische Rolls-Royce? Kurz gesagt: Beeindruckend und zugleich in seiner Maßlosigkeit vollkommen irrelevant für den Rest der Autowelt. Gut gefallen uns: Das surreal ruhige Fahrgefühl, der monumental stimmige Gesamteindruck und die Souveränität nach 120 Jahren Autobau noch einmal neu anzufangen. Minuspunkte sind die riesigen Ausmaße des Autos, das kolossale Gewicht und zumindest für Kaufwillige, die Tatsache, dass sie sich in eine Schlange stellen müssen. Denn auf den ›Rolls-Royce Spectre‹ muss man im Moment neun Monate warten. Und was kostet der Wagen hier? Den ›Rolls-Royce Spectre‹ gibt es ab 390.000 €. Unser Testwagen kostet 506.642 €. Niko, da gilt es, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Denn du weißt ja: Wer eine Sternschnuppe sieht, der darf sich was wünschen, aber nicht verraten was.«Haben Sie einen Fehler im Text gefunden, auf den Sie uns hinweisen wollen? Oder gibt es ein technisches Problem? Melden Sie sich gern mit Ihrem Anliegen.

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