Hunderttausende Menschen protestieren in Manila gegen mutmaßliche Scheingeschäfte bei staatlich finanzierten Hochwasserschutzprojekten. Im Zentrum des Skandals steht die Veruntreuung von Geldern, die für den Bau von Schutzbauten vorgesehen waren, die jedoch nicht oder nur unvollständig realisiert wurden. Hochrangige Politiker und Beamte sollen in die Unregelmäßigkeiten verwickelt sein. Präsident Marcos verspricht Aufklärung und Verhaftungen.
Mutmaßliche Scheingeschäfte im Zusammenhang mit einem milliardenschweren staatlich finanzierten Hochwasserschutz projekt sorgen auf den Philippinen für anhaltenden Unmut innerhalb der Bevölkerung. Am Sonntag versammelten sich bei der bisher größten Protestveranstaltung Hunderttausende Menschen im Rizal-Park im Herzen der Hauptstadt Manila.
In dem Skandal geht es um die Veruntreuung öffentlicher Gelder, die für Schutzbauten gegen Überschwemmungen gedacht waren. Die Gelder wurden offiziell vergeben, die Bauten aber nicht oder nur unvollständig errichtet. Außerdem hieß es, Gelder seien in die privaten Taschen der Auftragnehmer gewandert. Hinweise von Whistleblowern legen zudem nahe, dass auch etliche hochrangige Politiker und Beamte in Unregelmäßigkeiten verwickelt sind und von Bauunternehmern Schmiergelder kassiert haben. Nach Angaben des Finanzministeriums kosteten „Phantom“-Schutzprojekte die Philippinen zwischen 2023 und 2025 rund 118,5 Milliarden Peso . Die Causa führte bereits zu Anhörungen im Senat und zur Einrichtung einer Untersuchungskommission – abseits davon gehen seit Monaten diverse Gruppen bei Massenprotesten auf die Straße.Ungeachtet zeitweiliger Regenfälle folgte am Sonntag nun die bisher größte Protestveranstaltung mit etwa 650.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, wie die Polizei nach Angaben von AP mitteilte. Die Veranstalter legten demzufolge zudem nahe, dass die Protestveranstaltung noch nicht zu Ende sei – vielmehr wolle man bis Dienstag weiter auf die Straße gehen. Begleitet wird die Protestveranstaltung von einem Großaufgebot von Polizei und Militär. Diese seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden, um eine friedliche Kundgebung zu gewährleisten, wie Innenminister Jonvic Remulla laut AP sagte. Bei früheren Kundgebungen, darunter am 21. September nahe dem diesmal abgeriegelten Präsidentenpalast, kam es immer wieder zu teils schwerwiegenden Zwischenfällen und Ausschreitungen.Präsident Ferdinand Marcos war zuletzt um Beruhigung bemüht und versprach, dass alle Involvierten zur Rechenschaft gezogen und in den nächsten Wochen verhaftet werden. „Wir reichen keine Klage ein, um uns selbst in ein gutes Licht zu rücken. Wir reichen Klage ein, um Menschen ins Gefängnis zu bringen“, sagte der Präsident vor Journalisten. „Sie werden kein frohes Weihnachtsfest feiern können“, fügte er mit Blick auf die mutmaßlichen Verantwortlichen hinzu. Die Philippinen leiden noch immer unter den Folgen des Supertaifuns „Fung-wong“, der das Land zuletzt heimgesucht und Hunderte Dörfer überflutet hatte. Nur wenige Tage zuvor hatte Taifun „Kalmaegi“ die Zentralphilippinen getroffen, allein durch ihn starben mehr als 230 Menschen. Verantwortlich für die hohe Opferzahl war nach Angaben von Experten auch fehlender Schutz vor Überschwemmungen. Im Schnitt ziehen rund 20 tropische Wirbelstürme pro Jahr über den südostasiatischen Inselstaat.Nicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.
Philippinen Korruption Hochwasserschutz Proteste Veruntreuung
United States Latest News, United States Headlines
Similar News:You can also read news stories similar to this one that we have collected from other news sources.
Zverev verpasst Halbfinale nach Niederlage gegen Auger-AliassimeAlexander Zverev scheitert im Gruppenspiel gegen Felix Auger-Aliassime und verpasst damit das Halbfinale. Der deutsche Tennisstar verliert in einer Nervenschlacht und beendet das Jahr mit nur einem ATP-Titel, hat aber noch die Chance auf einen Erfolg im Davis Cup.
Read more »
Donald Trump kündigt Klage gegen BBC wegen umstrittener Dokumentation anDer ehemalige US-Präsident Donald Trump will die britische Rundfunkanstalt BBC wegen einer umstrittenen Dokumentation verklagen. Die Klage könnte bis zu fünf Milliarden Dollar umfassen.
Read more »
Streit um Parkplatz in Wiener Neustadt: Frau wehrt sich gegen unberechtigte ForderungEine Frau aus Wiener Neustadt wehrte sich erfolgreich gegen eine Zahlungsaufforderung über 300 Euro für das Parken auf einem nicht gekennzeichneten Parkplatz in der Dr.-Stephan-Koren-Straße. Die Wiener Immobilienfirma zog nach einer Klage ihre Forderung zurück. Der Fall wirft Fragen nach der Kennzeichnungspflicht von Privatparkplätzen auf.
Read more »
Trump startet Ermittlungen gegen Clinton trotz eigener Verbindungen zu EpsteinUS-Präsident Trump löst einen politischen Sturm aus, indem er Ermittlungen gegen Bill Clinton im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein anordnet, obwohl er selbst wegen möglicher Verbindungen zu Epstein in der Kritik steht.
Read more »
Handball-Derby: Bregenz gegen Dornbirn im ÖHB-CupSpannung in Bregenz: Im ÖHB-Cup trifft Bregenz Handball auf Favorit Dornbirn. Kann der Außenseiter vor heimischem Publikum überraschen? Erfahren Sie mehr!
Read more »
Slowakische Schüler protestieren gegen Premier Fico bei RedeIn der Slowakei eskaliert die Konfrontation zwischen jungen Menschen und der Regierung. Schüler demonstrierten während einer Rede von Premier Robert Fico und verließen unter Schlüsselrasseln den Saal, um gegen seine Haltung zum Ukraine-Krieg zu protestieren. Der Vorfall in Poprad spiegelt wachsende Unzufriedenheit wider.
Read more »
