Seit mehr als 100 Jahren spricht Berlin über eine Zentralbibliothek. Jetzt wagt der Kultursenator einen neuen Anlauf. Kann das gelingen?
Nun ist Zeit auch im Zusammenhang mit der Zentral- und Landesbibliothek höchst relativ. Es war der 6. Juni 1901, als die Berliner Stadtbibliothek gegründet wurde. Am 15. Oktober 1907 wurde die Zentrale für die Volksbüchereien als öffentliche Leihbibliothek in der Zimmerstraße in Berlins mittigster Mitte eröffnet. Schon ein Jahr später, im Jahr 1908, beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Berlin einen Neubau.
Der Beginn des Ersten Weltkriegs ließ die Planungen ruhen. 1920 wurde die Berliner Stadtbibliothek in der Zimmerstraße geschlossen und der Umzug in den Alten Marstall vorbereitet. Im März 1921 wurde die Bibliothek in den Räumen eröffnet, in denen sie sich seitdem befindet: in der Breite Straße 30-36 in Mitte. Alles andere, nur kein Neubau.und der daraus resultierenden Teilung wurde der Standort in Mitte zum Problem: West-Berlin hatte kein Äquivalent.
Wenige Monate bevor die Berliner per Volksentscheid Tempelhof auf Eis legten, wurde ein paar Kilometer westlich das ICC geschlossen. Der mit nach heutiger Rechnung mehr als einer Milliarde Euro lange Zeit teuerste Bau West-Berlins erwies sich als untauglich für Messen. Seitdem suchen wechselnde Senate nach einer weiteren Nutzung, auch eine ZLB dort war immer mal wieder im politischen Gespräch. Nur die Bibliothekare selbst wollten nie so recht. „Ich glaube nicht, dass das ICC geeignet ist, die Besucher anzulocken“, sagte Volker Heller, Vorstand der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek, im Jahr 2014. An dieser Haltung hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert. Schlag's nach bei Wesener.
Wie der Grünen-Politiker machte sich damals auch die Stiftung für einen Erweiterungsbau am Blücherplatz stark. Bis Ende 2022 mögen Zentralisierungs-Fans an dieser Idee festgehalten haben. Dann stoppte die damals mit Grünen und Linken regierende SPD die Pläne, bevor der erste Spatenstich getan war. Unter anderem aufwendige Grundwasserabsenkungen hatten die bereits absehbaren Kosten auf rund 600 Millionen Euro steigen lassen. Seitdem ist wieder alles offen.
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