Mountainbike-Ass Keller hat harte Zeiten hinter sich – jetzt startet sie durch: «Es war nicht immer einfach, aber ich habe viel gelernt»
Am 27. Juli 2021 feiern Linda Indergand, Sina Frei und Jolanda Neff das historische Schweizer Olympia-Podest in Tokio. Alessandra Keller verfolgt den Erfolg ihrer Teamkolleginnen von zu Hause aus. Damals war die Zeit nach ihrer Kreuzbandverletzung zu knapp, sie verpasst den Sprung ins Kader. Dafür startet sie nun ein Jahr später ordentlich durch!
Zuletzt feierte Keller in Snowshoe ihren ersten Weltcup-Sieg im Cross Country, im Gesamtranking liegt sie auf Rang drei. Die Wertung im Shorttrack führt sie sogar an! «Ich bin sehr zufrieden mit dieser Saison. Sie ist über den Erwartungen, die ich hatte. Dieses Jahr war mein Ziel wieder dort anzusetzen, wo ich vor den Verletzungen war.»2019 begann die Pechsträhne von Keller.
Anfang 2021 folgte die schwere Knieverletzung. Beim Aussteigen aus dem Auto rutschte sie auf Glatteis aus. Meniskus und Kreuzband waren beschädigt, die 26-Jährige musste sich operieren lassen. Keller: «Grundsätzlich habe ich drei Jahre verloren. Es war nicht immer einfach, aber ich habe viel gelernt.»
Die anschliessende Nicht-Selektion für Tokio war bitter, doch Keller konnte es verstehen. Neff, Frei und Indergand mit ihren Medaillen zu sehen, «war hart, weil ich dachte: ‹Diese Chance hätte ich auch haben können.› Aber ich bekam sie nicht, weil ich nicht dort sein konnte.»Sie richtete ihren Blick nach vorne, habe ihre Energie nicht für Trauer und Zweifel verschwenden wollen.
Innerhalb von drei Wochen gibts mit EM, WM und Weltcup-Final gleich drei grosse Entscheidungen. Keller: «Es wird sehr intensiv.» Ihrem Naturell entsprechend wird Keller am Samstag beim Rennen in München alles geben. Aber klar ist: Die Kräfte müssen eingeteilt werden, Erholung und Regeneration werden immens wichtig sein. «Die EM hat für mich einen Stellenwert, aber ich muss mir die Energie einteilen, damit ich in zwei, drei Wochen noch Gas geben kann.