Mal hielt man ihn für tief religiös, mal für einen Revoluzzer: Caspar David Friedrichs Bilder verlangen nach Deutung. Sein Biograph Werner Busch erklärt, warum sie uns bis heute in den Bann ziehen.
Herr Busch, Caspar David Friedrichs 250. Geburtstag im nächsten Jahr wird mit Ausstellungen unter anderem in Hamburg, Dresden und Berlin gefeiert. Erste Bücher, darunter Ihres, erscheinen bereits jetzt. Warum fasziniert uns dieser MalerWeil Friedrich nicht unmittelbar greifbar ist in dem, was er macht, lässt er zu, dass man alles Mögliche auf seine Bilder projiziert. Allerdings war er unmittelbar nach seinem Tod vollständig vergessen, und zwar für 60 Jahre.
1968 wurde er so vereinnahmt. Die Bildzeichen, die vorher religiös verstanden wurden, haben die Achtundsechziger politisch umgedeutet. Ich war immer der Meinung, dass diese Gegenüberstellung falsch ist. Auch das Politische ist bei Friedrich religiös überwölbt. Aber er war ein Anhänger der Befreiungskriege. Einem Malerfreund, Georg Friedrich Kersting, hat er sogar bei der Finanzierung der Ausrüstung geholfen. Obwohl er wenig Geld besaß.
Da schlagen Sie eine neue Deutung Friedrichs vor, unter dem Stichwort „Romantisches Kalkül”. Mit der Romantik verbindet man eher Gefühl als Vernunft. Ein Missverständnis? Im Hintergrund sieht man zwei kleine Segelschiffe, und am Felsen, auf dem das Kreuz steht, liegen ein Anker, Taue und Stangen, die man benutzt hat, um die Wassertiefe zu messen. Solche oft übersehenen nautischen Details gibt es auf vielen von Friedrichs Gemälden. Das Kreuz verweist auf den Satz, den Christus im Matthäus-Evangelium an Petrus richtet: „Du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche bauen werde.
Ich hätte eher auf den „Mönch am Meer” getippt, den Sie in Ihrer Friedrich-Biographie als „Anti-Faust” charakterisieren. Warum? Kleist versucht, das Gemälde mit Schillers Kategorie des Erhabenen zu deuten. Damit hat Friedrich aber absolut nichts zu tun, das ist eine Projektion von Kleist. Wobei die „weggeschnitten Lider” natürlich eine tolle Metapher sind.
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