Aktivisten gegen Autofahrer. Gut gegen Böse? Der Klimaprotest von AufstandLastGen hält Berlin in Atem. Ein Besuch bei den Protesten.
Die einen haben Kleber in der Tasche, die anderen Lösungsmittel: Ein Klimaaktivist am Dienstag auf der A 100.Es sind brutale Szenen, die sich am Dienstagmorgen auf der Autobahnausfahrt A100 auf Höhe des ICC abspielen. Da sitzen sechs Klimaaktivisten in Warnwesten auf der Straße. Nur Zentimeter trennen ihre Köpfe von den Kühlergrills der hupenden Autos, dahinter staut sich Hunderte Meter der Verkehr. Es ist laut und unübersichtlich, Menschen brüllen.
Marcel Skowron hat die Videos seiner eigenwilligen Aufräumarbeiten anschließend immer wieder auf seinem Smartphone angeschaut und war ein wenig über sich selbst erschrocken. „Das sieht schon schlimm aus“, sagt der Handwerker, der sich, mehr als 24 Stunden nach dem Vorfall, „wieder beruhigt“ hat, wie er es nennt. Er sitzt am Mittwochnachmittag im Büro seiner Firma im Brandenburgischen Bernau mit einer Tasse Kaffee vor dem Computer und öffnet sein Mailpostfach.
So wie der Handwerker fühlen sich in diesen Tagen viele Menschen in Berlin. Denn den Aktivisten geht es mit der Aktion weder darum, dass Menschen nicht mehr Autofahren sollen, sondern zunächst einzig und allein um das sogenannte Essen-Retten-Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung. Das Gesetz sei schon in der Schublade, sagen die Aktivisten. Konkret sollen Supermärkte dazu verpflichtet werden, noch genießbares Essen an soziale Einrichtungen zu spenden.
Als die ersten Mannschaftswagen eintreffen, setzen sich die sechs Aktivisten auf ihre Sitzkissen aus Schaumstoff, kleben ihre Hände mit Sekundenkleber auf die Fahrbahnmarkierung und legen sich kleine Einwegheizkissen gegen die Kälte auf die Hände. Jetzt wird es eine längere Zeit dauern, bis der Berufsverkehr wieder rollt. Zeit für den Reporter, sich einmal bei den Menschen im Stau umzuhören.
Geht man weiter durch die Reihen, stellt man fest, in den Autos und Lkw sitzen fast nur Männer. Das ist auch so eine unbequeme Wahrheit im Deutschland des Jahres 2022. Und noch eine Tatsache verfestigt sich: Fast alle Autofahrer sehen den Klimawandel als drängendstes Problem für die Menschheit. Verständnis für die Aktivisten haben sie jedoch nur begrenzt. Da ist die Intensivschwester, auf deren Station gerade 70 Prozent der Kollegen wegen Covid-19 ausfallen.
Und auch wenn die Proteste inzwischen Thema im Abgeordnetenhaus seien, findet Skowron, dass dieser radikale Protest der „Letzten Generation“ ein Ende haben muss. „Es ist absolut legitim, für seine Anliegen zu demonstrieren und dabei auch Formen des zivilen Ungehorsams zu nutzen“, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke.
United States Latest News, United States Headlines
Similar News:You can also read news stories similar to this one that we have collected from other news sources.
Blockaden: Klima-Aktivisten sorgen erneut für langen Stau in BerlinDie Demonstranten, die sich als „letzte Generation“ bezeichnen, haben bereits in 30 Fällen Straßen in Berlin blockiert. Am Freitag schlugen sie in Moabit zu.
Read more »
Siemens-Beschäftigte protestieren in Berlin gegen AusgliederungZur Hauptversammlung des Siemens-Konzerns haben Beschäftigte in Berlin gegen die geplante Ausgliederung der Großmotorenproduktion LDA protestiert.
Read more »
Alba Berlin gewinnt in der Euroleague gegen St. PetersburgBasketball-Bundesligist Alba Berlin hat in der Euroleague überraschend einen Heimsieg gefeiert. Am Donnerstagabend siegten die Berliner gegen den russischen Spitzenclub Zenit St. Petersburg mit 76:67 (34:34).
Read more »
Alba Berlin gewinnt gegen St. PetersburgBasketball-Bundesligist Alba Berlin hat in der Euroleague überraschend einen Heimsieg gefeiert. Die Berliner siegten gegen den russischen Spitzenclub Zenit St. Petersburg mit 76:67 (34:34). Alba bleibt damit aber weiterhin im unteren Tabellendrittel auf dem 15. Platz. Beste Berliner Werfer waren Maodo Lo mit 15 und Christ Koumadje, Yovel Zoosman und Ben Lammers mit jeweils neun Punkten.
Read more »
Alba Berlin gewinnt in der Euroleague gegen St. PetersburgBasketball-Bundesligist Alba Berlin hat in der Euroleague überraschend einen Heimsieg gefeiert. Am Donnerstagabend siegten die Berliner gegen den russischen Spitzenclub Zenit St. Petersburg mit 76:67 (34:34). Alba bleibt damit aber weiterhin im unteren Tabellendrittel auf dem 15. Platz. Beste Berliner Werfer waren Maodo Lo mit 15 und Christ Koumadje, Yovel Zoosman und Ben Lammers mit jeweils neun Punkten.
Read more »