Wie Medien Vertrauen verlieren: Vom Kontrollorgan zum Karriereweg und Weglassen als Systemfehler. Medienkritik, (Teil 2)
Wie Medien Vertrauen verlieren: Vom Kontrollorgan zum Karriereweg und Weglassen als Systemfehler. Medien kritik, der Medien kritik ging es um den "Erdrutschsieg", der keiner war – um zwei wahre Schlagzeilen, die dennoch gegensätzliche Wirklichkeiten erzeugen.
Zwei Defizite gegenwärtigen journalistischen Arbeitens werden deutlich:Es gibt wenig eigenes Recherchieren, was hier nur ein wenig einfaches Rechnen erfordert hätte – und vorausgesetzt natürlich die Fähigkeit, den. Stattdessen wird "auf der Welle mitgesurft", man bewegt sich bequem im medialen Mainstream. Fast alle wichtigen Redaktionen ventilieren auch hier denselben Tenor.ergibt sich aus relativ schwachen Ressourcen, aus oft und zunehmend prekärem Arbeiten im journalistischen Feld – übrigens wohl nicht zufällig ähnlich wie im Feld wissenschaftlichen Arbeitens, mit unbezahlten Praktika, befristeten Arbeitsverträgen, Teilzeit, freier Mitarbeit etc.: Es geht gerade um jene beiden Sozialbereiche, die mit Wahrheitsfindung befasst sein sollen. Im Bereich der Auftragskommunikation hingegen sind die Ressourcen und Aufstiegsmöglichkeiten ganz andere – aus Gründen: Mächtige Akteure wenden alle möglichen Mittel auf, um die Öffentlichkeit in ihrem Sinne zu gestalten – um nicht zu sagen: zu manipulieren. Zusammengefasst mit Blick auf die Wahlberichterstattung hier und generell: Wenn man regierungsnah unterwegs ist und berichtet, kann das Medienschaffenden auch deshalb kaum schaden, weil vielleicht demnächst ja eine Stelle frei oder gar geschaffen wird, z.B. im Team der Rathaus-Pressestelle. Und dann kann die journalistische Fachkraft den sogenannten "Kornelius" oder auch "Seibert" etc. machen, um - nunmehr als Regierungssprecher – doch nur scheinbar die Seiten gewechselt zu haben.sei ergänzt, dass mit den ersten beiden zusammenhängt, womit sich das Ganze noch verstärkt: Allgemeine journalistisch-handwerkliche Schwächen, die oft zugunsten macht-naher Beiträge ausschlagen. Hier nur zwei Beispiele zum selben Thema:meldet, die künftige neue Oberbürgermeisterin Noosha Aubel hätte "72,9 Prozent aller abgegebenen Stimmen" erhalten. Nur einfach aus Versehen falsch oder sogar Fake? "Fake News" werden ja in der herrschenden liberalen Lesart definiert als Falschaussagen, die bewusst, und zwar mit negativer Absicht, so falsch publiziert werden. Mal abgesehen von den grundsätzlichen Problemen dieser Festlegung : Einen Fake-Vorwurf würde die Redaktion sicher entrüstet zurückweisen. Man habe hier nur aus Versehen und jedenfalls nicht in böser Absicht Falsches veröffentlicht. Fakt bleibt: Frau Aubel hat genau 71,5149 Prozentabgegebenen Stimmen erhalten. Jedenfalls weniger, als im Bericht falsch behauptet. Und wie es der Zufall so will – die künftig Regierende steht durch diesen peinlichen handwerklichen Fehler des Journalisten unterm Strich besser da. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Oder hierbei:schreibt hier in einem informationsbetont sein sollenden Text über "vermeintliche Schwächen" Aubels. Auch das kann wie eine Bewerbung zur Pressesprecherin gelesen werden: Denn es bedeutet durch das bewertende Wort "vermeintlich", dies wären gar keine Schwächen. Sondern nur scheinbare.Der Tenor auch dieses Textes entspricht dem allgemeinen medialen Framing, also der unausgesprochenen Rahmensetzung: Aubel wird gewinnen, und das ist auch gut so. Ob die zitierte Aussage wie auch immer bewusst und ggf. mit welcher Art von Absicht geschrieben wurde, ist zweitrangig. Es wirkt wie vieles andere in der Medienrealität zugunsten der Regierungsseite. Man kann das eine weitere "Qual der Wahl" nennen: Einseitigkeit, fast immer zugunsten der Machtpartei, erscheint auch hier als weit größeres Problem im Vergleich zu direkten, plumpen Lügen. Wichtiges weglassen, dies ist das neue "Faken".
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