Der Energiekonzern will Wasserstoff in Gasturbinen beimischen, um das Klima zu schonen. Am Donnerstag startete ein Testprojekt in Wien, an dem auch der Turbinenhersteller Siemens Energy beteiligt ist.
Bislang konnte eine bestehende Gasturbine eines Wiener Kraftwerks mit bis zu 15 Prozent Wasserstoff betrieben werden.Der Kölner Energieversorger Rheinenergie plant die Beimischung von Wasserstoff in Gasturbinen zur Erzeugung weniger klimaschädlicher Fernwärme. Dies solle voraussichtlich nach 2030 im Heizkraftwerk Köln-Niehl umgesetzt werden, sagte Vorstandschef Andreas Feicht in Wien.
Laut den Projektpartnern handelt es sich um den weltweit ersten Versuch, bestehende Kraftwerke dieser Art für den Einsatz von Wasserstoff umzurüsten, hieß es. „Sie abzureißen und neue zu bauen wäre viel zu teuer“, sagte Feicht. Die Stadt Köln will bis 2035 klimaneutral werden. Die Rheinenergie könne dieses Ziel nicht allein mit ihren geplanten Projekten wie einer Rheinwasser-Wärmepumpe, Klärschlamm-Verbrennung oder Solar-Wärme erreichen, erklärte Feicht. Etwa die Hälfte der Wärmegewinnung werde weiterhin über bestehende Gaskraftwerke laufen. „Und wenn wir die CO2-neutral machen wollen, muss es Wasserstoff sein“, sagte Feicht der Deutschen Presse-Agentur.
Die derzeit laufenden Tests haben über Wien und Köln hinaus Bedeutung. Der in beiden Städten verwendete Turbinentyp vonEnergy ist europaweit in mehr als 115 Anlagen im Einsatz, weltweit sind es etwa 360. Über die Kosten des Betriebs mit Wasserstoff schweigen die Projektpartner vorerst noch. Laut Feicht ist Wasserstoff heute etwa dreimal so teuer wie Erdgas. In Zukunft werde Gas werde jedoch wohl teurer und Wasserstoff billiger werden.
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