Ducati-Rennchef Gigi Dall'Igna wehrt sich mit handfesten Argumenten gegen den Vorwurf, Pecco Bagnaia habe seinen Jerez-Triumph mit einem zu geringen Reifendruck erzielt.
Neun Tage nach dem Jerez-GP war heute war heute auf der englischen Website motorsportmagazine.com von einer «geplatzten Bombe» die Rede. Denn es wurde berichtet, Ducati-Werksfahrer Pecco Bagnaia sei bei seinem Sieg in Jerez während 25 der 25 Rennrunden mit einem illegal niedrigen Reifendruck gefahren. Kurz gesagt: Ducati habe den Sieg durch Betrug eingefahren.
Aber es existiert unter den sechs Mitgliedern des Herstellerbündnisses MSMA die Vereinbarung, dass man geringfügige Vergehen nicht ahndet. In der Vergangenheit war das zumindest in der Moto2-WM und bei Dunlop anders: 2018 wurde Fabio Quartartaro aus dem Speed-up-Team von Luca Boscoscuro der GP-Sieg in Motegi/Japan aberkannt, weil im Hinterreifen des Franzosen nach dem Rennen hinten 0,05 bar zu wenig gemessen und die 1,5 bar unterschritten wurden.
Der geniale Tüftler Dall’Igna erklärte heute am Nachmittag gegenüber einer kleinen Runde von Top-Journalisten, es gehe darum, in dieser Saison die Daten zu sammeln und zu überwachen, um für 2023 eine anwendbare Regel für die Überwachung des Reifendrucks formulieren zu können. «Im Moment ist das System, das alle Teams und Werke verwenden, nicht zuverlässig», betont Gigi Dall'Igna. «Das bedeutet, wir verwenden unterschiedliche Sensoren. Das System ist nicht betrugssicher. Wenn jemand will, kann er das System überlisten und den Wert des Reifendrucks modifizieren oder manipulieren. Deshalb kann man keine Sanktionen oder Strafen verhängen, wenn der Reifendruck unterschritten wird.
Gab es andere MotoGP-Rennsieger in dieser Saison, bei denen der Mindestwert beim Reifendruck auch nicht eingehalten wurde? «Ja», entgegnete Dall'Igna. Auch von anderen Marken? «Ja», versicherte der Ducati-Stratege.