Russland missbraucht das Kraftwerk von Saporischschja als nuklearen Schutzschild. Aber auch die Ukraine will das AKW taktisch nutzen.
Rettungskräfte des ukrainischen Katastrophenschutzministeriums üben in Saporischschja für den Ernstfall.Indem der Angriffskrieger Wladimir Putin die Ukraine überfiel, war klar: Das ist ein Krieg, in dem auf der einen Seite eine Atommacht kämpft.
Mit dem Einsatz einer taktischen Atomrakete könnte der kaum ein Risiko scheuende Kreml-Chef versuchen, den Waffengang im Handstreich zu beenden.Zu diesem Schreckensszenario ist es bisher nicht gekommen. Im sechsten Monat des Konflikts nimmt die nukleare Bedrohung aber andere Gestalt an. Ukrainer und Russen kämpfen an einem der grössten Atomkraftwerke Europas. Rund um die Anlage von Saporischschja mit ihren sechs Reaktorblöcken explodieren Raketen und Granaten.
Nun schaut alle Welt nach Saporischschja. Und fragt sich, wie man diesem neuen Irrsinn Einhalt gebieten kann. Erst die Gefahr eines Atomunfalls nahe den EU-Grenzen lässt die Menschen wieder aufhorchen. Von der Verstrahlung nach einem GAU könnten die Nachbarländer schnell betroffen sein.